Kleiner Ausflug in die Gegenwartsliteratur und an dieser Stelle zwei Lesetipps von mir.
Frédéric Beigbeder – Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause Beigbeder sollte spätestens nach Jan Kounens Verfilmung von 39,90 ein Begriff sein. 1990 erschien sein Debütroman “Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause” (vgl. “Simone de Beauvoir – Memoiren einer Tochter aus gutem Hause”).
Die Geschichte dreht sich um den jungen Marronier, absoluter Erfolgsmensch, unverschämt und herablassend. Sein Leben ist geprägt von einem hedonistischen Lebensstil, Partynächte, Trips durch Europa, Szene-Bars usw.
Marc lebt mit Victoire zusammen, man hat sich aneinander gewöhnt, Gefühle wirken simuliert und gespielt, man erträgt sich nur noch wenn man gemeinsam Feiern geht.
Dann lernt Marc Anne kennen. Er hat das Gefühl, er würde endlich die wahre Empfindung spüren. Klingt bis dato alles nach Happy End Roman doch ist diese Beziehung eins mit der totalen Selbstzerstörung.
Insgesamt etwas Flacher als beispielsweise 39,90 oder mein Favorit: “Der romantische Egoist” aber dennoch als Einstieg in die “Marc Marronnier – Trilogie” empfehlenswert. Insgesamt völlig kalt und abgeklärt aber gerade das macht Beigbeder aus.
Michel Houellebecq – Ausweitung der Kampfzone Atomised(dt. Elementarteilchen) hat es mir damals ziemlich angetan, leider habe ich nie geschafft es zu ende zu lesen und mittlerweile ist es nicht mehr in meinem Besitz.
Also dachte ich mir, dass es sinnvoll sei beim Debütroman zu starten und sich langsam voran zu tasten. Ich habe es leider noch nicht bis zum Ende geschafft aber das was ich bisher las gefällt mir sehr.
Einst schmückten sie die Flagge von Siam, dem heutigen Thailand (1855-1916), heute sieht das etwas anders aus.
In der Entwicklungspolitik werden manchmal Entwicklungsprojekte, die viel kosten, soziale und ökologische Schäden anrichten und geringen Nutzen bringen (z. B. umstrittene Staudammprojekte) als „Weiße Elefanten“ bezeichnet. Weißer Elefant – Wikipedia
Wie einigen Lesern sicherlich bekannt, beginnt in 10 Tagen die 19. Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika.
Was fällt einem bei einem kurzen Brainstorming zu Südafrika ein?
Kap der Guten Hoffnung
Niederländische Kolonialzeit
Burenkriege
Sklavenhandel an das Britische Königreich
Apartheid
Nelson Mandela
Kruger-Rand
…
Schaut oder liest man den einen oder anderen Bericht über dieses Land und die Vorbereitungen zur FIFA Fußball WM wird einem schon ein wenig komisch in der Magengegend. Für jeden Spielort muss selbstverständlich ein eigenes Stadion gebaut werden (dazu gleich mehr) wovon man ausgehen kann, dass diese Stadien mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit nie wieder ausverkauft sein werden. Warum ist das so? Fußball ist in Südafrika nur halb so populär wie Rugby. Fußball ist eher bei der farbigen Bevölkerung Populär, bei der weißen Bevölkerung sind es Rugby und Cricket. Die großen Städte mit ihren Spitzenvereinen locken, sowohl beim Fußball als auch beim Rugby, relativ viele Menschen ins Stadion. Insgesamt schaut man in den ländlichen Gegenden die Spiele vor dem Fernseher sofern im Dorf verfügbar.
Die Spielorte im Überblick:
Soccer City in Johannesburg, 94.700 Plätze, Kosten: ca. 321 Mio. €
* Moses-Mabhida-Stadion in Durban, 69.957 Plätze, Kosten: ca. 193 Mio. €
* Cape Town Stadium in Kapstadt, 68.000 Plätze, Kosten: ca. 280 Mio. €
Coca-Cola Park in Johannisburg, 70.000 Plätze , Kosten: 3,5 Mio. €
Loftus-Versfeld-Stadion in Pretoria, 51.762 Plätze
* Nelson-Mandela-Bay-Stadion in Port Elizabeth, 46.000 Plätze, Kosten: ca. 118 Mio. €
Free-State-Stadion in Bloemfontain, 48.000 Plätze
* Peter-Mokaba-Stadion in Polokwane, 45.000 Plätze, Kosten: ca. 118 Mio. €
* Mbombela-Stadion in Nelspruit, 46.000 Plätze
Royal-Bafokeng-Stadion in Phokeng, 42.000 Plätze
(* = Neubau für die Wm 2010)
Es wurden also 5 komplett neue Stadien gebaut zu lasten der dortigen Steuerzahler.
Wenn man bedenkt, dass in einigen dieser Stadien nur die Vorrundenspiele ausgetragen werden (4 Spiele) ist das schon eine recht hohe Investition.
Durban bekam einen neuen Flughafen. Als der King Shaka International Airport wurde der alte Durban International Airport geschlossen. In Durban wurden 2009 4,4 Millionen Passagiere abgefertigt, der neue Flughafen kann 7,5 Mio. Passagiere abfertigen. Man fragt sich nur ob das langfristig nötig ist.
Zwangsumsiedlungen wurden da schon mal für so ein Weltereignis billigend in Kauf genommen, hier und da sind mal Straßenkinder im Weg und ganz klar ist auch noch nicht, was die dortigen Einwohner von diesem Event haben. Viele Arbeiten an Stadien wurden von ausländischen Unternehmen geleitet und durchgeführt.
Aber immerhin können sich die großen Zubringerstraßen jetzt mit der Euro Norm 1317 für Rückhaltesysteme an Straßen schmücken.
Klar kann man argumentieren, dass die Erneuerung der dortigen Infrastruktur positiven Einfluss hat aber es ist immer noch fraglich, wie die langfristige Instandhaltung finanziert werden soll. Südafrika ist sicherlich kein dritte Welt Land mehr aber es darf auch nicht vergessen werden, dass immer noch sehr viele Menschen in Slums leben und die Trennung von weißer und schwarzer Bevölkerung noch immer ein akutes Problem darstellt. Stefan Szymanski sagte dazu: „Der Weltcup wird keine Dollars vom Himmel regnen lassen“.
Ich bedaure sehr, dass für so ein Event die rosa-farbende Brille aufgesetzt wird um über all die Missstände hinweg zu täuschen. Die FIFA um Herrn Joseph S. Blatter stellt das ganze natürlich in ein PR-taugliches Licht und bestätigt das hohe Niveau der Transportsysteme, Telekommunikation, Hotellerie und der medizinischen Versorgung, lediglich bei der Sicherheit ist man sich noch uneinig…
Schon amüsant wenn man mal schaut mit welchen Suchbegriffen die Besucher auf die eigene Seite kommen. Hier ist meine aktuelle Toplist:
“st. oberholz grafik” Schön und gut aber was soll auf der Grafik zu sehen sein? Ein bunt illustrierter Latte Macchiato neben einer Horde MacBooks?
volksverdummung boulevard Löblich aber danach zu suchen? Weiß doch jedes Kind…
produkte aus nordkorea
Interessant, pures Interesse oder der feste Glaube an die ökonomische Macht kommunistischer Staaten?
gute tagebucheinträge Tja was soll man sagen, Ziel erreicht.
christian rieger homepage Auch Sie, lieber Besucher haben Ihr Ziel erreicht.
christian zug selbstmord Na soweit ist es zum Glück noch nicht.
wie sie sehen sehen sie nichts Ist absoluter Highscorer was die Menge der Klicks betrifft, ich frage mich was die Besucher erwarten wenn sie auf einen Link klicken nachdem sie nach der Wortkombination gesucht haben.
bahn ag – kriminelle vereinigung? Interessante Frage, sollte man eventuell mal weiterleiten.
Sehr häufig wird auch nach “Christian Riege” in diversen Kombination gesucht, spreche ich undeutlich oder vergesse ich hin und wieder das letzte “r” im Nachnamen auszusprechen? Oder es liegt einfach an: christian beyond bar.
Wirft man einen Blick auf Kalender für Webworker so entsteht leicht der Eindruck, man müsse sich mindestens vierteilen um von allen Events in D/A/CH was mitzubekommen. Oft steht die Frage im Raum nach welchen Kriterien man entscheidet ob man eine Veranstaltung besucht oder nicht. Für mich persönlich ist der Standortfaktor immer noch ziemlich wichtig. Ich liebe Hamburg und mag es wenn es hier vor Ort laufend Events gibt. Ein anderer Faktor ist der Nutzen, was nehme ich von der Veranstaltung mit? Ich würde nie auf die Idee kommen einen Preis zwischen 500 und 1000€ für ein Event zu zahlen um anschließend zu sagen: “Networking und Catering waren super.” Bei dem Preis schwingt einfach eine extrem hohe Erwartungshaltung mit und da haben wir den nächsten Faktor: Der Preis.
Ein BarCamp ist nach klassischer Tradition für den Teilnehmer kostenlos, sämtliche Kosten für Catering, Räumlichkeiten etc. werden von Sponsoren gedeckt.
Es gibt Themencamps und Unkonferenzen ähnlicher Art, wo man schon mal zwischen 10 und 100€ zahlt, in der Regel um sich unabhängiger von Sponsoren zu machen.
Die nächste Kategorie sind Konferenzen wie z.B. die Next in Berlin oder die LeWeb in Paris. Eher hochpreisig und in der Regel mit großartigen Speakern. Letzteres hat auf der “next10″ offensichtlich nicht so ganz geklappt wie im Blog von Thomas Knüwer nachzulesen ist aber da ich nicht vor Ort war, enthalte ich mich hier meiner Stimme.
Auf der letzten Twittnite aber auch auf diversen BarCamps etc. führte ich einige interessante Gespräche zu zukünftigen Eventformaten. Dabei kristallisierten sich folgende Punkte raus:
Es muss keineswegs immer umsonst sein! Qualität darf und muss evlt. sogar Geld kosten.
Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Was bedeutet das aber für die klassischen Plattformen? Haben diese noch eine Daseinsberechtigung? Sicherlich aber es zeigt sich sehr gut, dass sich aufgeblähte Veranstaltungsformate nur begrenzt der allgegenwärtigen Dynamik unterwerfen können. Man versucht also mit der Webciety die Cebit (welche ja von Haus aus, das etwas langweiligere IT-Event in Deutschland ist), für Webworker interessant zu machen.. Gelingt im begrenzten Maße aber ein Großteil der Besucher äußert sich anschließend mit einem: “War ok”.
Ein solches Event soll doch im Kern dazu dienen: Ideen zu entwickeln, sich inspirieren zu lassen, Kontakte zu knüpfen, Konzepte zu verwirklichen, Spannende insights zu hören usw… Es geht nicht um triste 10-15 Slots mit Speakern die über ein Produkt reden, das schon vor 3 Monaten in diversen Presseerklärungen angepriesen wurde.
Es gibt eine Reihe schöner Events an die man sich gerne zurückerinnert, die einem sehr viel gebracht haben und dauerhaft kleine Flammen im Herzen gezündet haben und Chancen offenbarten. Wir entwickeln uns laufend weiter, lasst die Events an dieser Entwicklung teilhaben. Ich bin sehr gespannt auf die TEDxHamburg, ein Format das mir sehr zusagt mit dem Claim: “Rebooting the Future”.
Nach wenigen Mausklicks landete ich auf der Buzz-Seite des Cluetrain Manifests und fand folgende Abwandlung, das sog. “Gluetrain Manifesto”:
“A powerful inter-galactic conversation has begun. Through the Internet, people are discovering and inventing new ways to waste time at work, download naughty pictures, and build pipe bombs. As a direct result, things are getting really weird — and getting weird faster than the parking lot at a Grateful Dead concert.”
Diese Variante stammt aus dem Jahre 1999 (wie auch das eigentliche Manifest) und zeigt sehr schön, dass die sog. “Zweifler” seit über 10 Jahren die gleichen “Thesen” nutzen um das Internet als etwas Böses darzustellen.