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Mahnen wir uns doch alle gegenseitig ab!

Okt 29

Der Jägerruf “Halali” geht dieser Tage von Eva C. Schweitzer aus. Frau Schweitzer bläst zur Jagd gegen Blogger die sie zitieren… Die ganze Story gibt es bei Spreeblick. Ehemalige Hausbesetzerin.. Schreiberling für die taz… Sorry Frau Schweitzer, das ist erbärmlich.

Frau Schweitzer hat offensichtlich nicht begriffen, dass Verlinkungen mit Namensnennung in der Blogosphäre etwas völlig normales sind. Die Printmedien schaffen es ja nicht einmal  Namen zu nennen wenn sie Blogposts, Tweets, Twitpics etc. zitieren.

Das nenne ich Qualitätsjournalismus.

*Update

Eine Stellungnahme gibt es bereits im tazblog. Selbige lasse ich einfach mal unkommentiert.

Man kann es ja mal versuchen

Sep 01

Der Fall JAKO schlägt momentan große Wellen nachdem auf allesaussersport folgender Artikel veröffentlicht wurde.
Das Unternehmen JAKO sowie Rechtsanwätin Iris Sanguinette von der Kanzlei Horn & Kollegen demonstrieren hier Eindrucksvoll wie man NICHT mit Kritik umgeht.
Vermutlich ist der finanzielle Schaden für das Unternehmen nach diesem Vorfall um einiges höher als durch einen kleinen Blogpost wie er einst veröffentlicht und später (nach Löschung des Artikels) noch über Newsaggregatoren auffindbar war.

Ich persönlich glaube dennoch auf eine Einigung bzw. einen Rückzieher seitens Horn & Kollegen auf Nachdruck von JAKO.

Diese Story zeigt aber grundsätzlich ein Phänomen, das wir in Zukunft wohl hoffentlich immer seltener Erleben werden. Unternehmen müssen lernen mit öffentlicher Kritik umzugehen und nicht den Anwalt vorzuschicken.
JAKO scheint noch in der Lernphase. Schade.

All das erinnert ein wenig an den Suizidversuch der deutschen Bahn, letzte kam jedoch recht schnell zur Vernunft.

Update: Die Webevangelisten haben mal eine Reichweiten-Analyse veröffentlicht.

Der Suizid der deutschen Bahn AG

Feb 03

Update vom 06.02.09:
Die Bahn hat mittlerweile die hat die Abmahnung zurückgenommen und verzichtet auf weitere Konsequenzen gegen Netzpolitik.org


Nach der Veröffentlichung eines brisanten Memos zur Rasterfahndung bei der Bahn am Sonnabend (31.01.09) erhielt Markus Beckedahl heute (03.02.09) eine Abmahnung aufgrund von:

“Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen”

Das Resultat: Ein riesen Medienecho, hunderte Kommentare und noch viel mehr Tweets. Der Versuch einen Blogger Mundtod zu machen führte in diesem Fall zum sog. Streisand-Effekt.

Ca. 2 Stunden nach der Abmahnung erschien in in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung ein Brief Mehdorns, in dem es um die Bespitzelungsaffäre geht.

Darin heißt es u.A.:

[...]“Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in den vergangenen Tagen ist in der Öffentlichkeit ein Bild von unserem Unternehmen gezeichnet worden, das mich zutiefst bestürzt.[...]“

Ich vermute, dass es in den nächsten Tagen nicht besser wird.

Mehdorn schrieb 1:

“[...]Auch das in den vergangenen Tagen heftig diskutierte Screening-Verfahren – also der sogenannte Datenabgleich von Personalstammdaten mit Lieferantendaten – kann solche Vorwürfe nicht belegen. Niemand ist dabei ausspioniert, abgehört oder bespitzelt worden. Zur Feststellung von Personen ist es nur gekommen, wenn es Übereinstimmungen zwischen Mitarbeiterdaten und
Lieferantendaten gab.[...]“

Im Memo zur Rasterfahndung heißt es u.A 2:

[...]“Dazu wurden die Fest-
platten der PCs und deren im Netz gespeicherten Dateien kopiert. Die Maßnahme
erfolgte ohne Kenntnis der Betroffenen.[...]“

“[...]Für die Überprüfung wur-
den der Network Deutschland GmbH folgende personenbezogene Daten überge-
ben: Name, Personalnummer, Anschrift, Telefonnummer, Name des Ehepartners
(die Daten über die Partner stammen aus einer Datei für verbilligte Fahrkarten)[...]“

“[...]Der Betriebsrat wurde in keinem der Fälle der Zusammenarbeit mit der Network
Deutschland GmbH beteiligt. Zur Begründung wurde vorgetragen, man habe
Zweifel an der Zuverlässigkeit bzw. Diskretion des (zu geschwätzigen) Betriebs-
rats.[...]“

Mehdorn in seinem Brief 1:

“[...]Für die Zukunft greife ich gerne die Anregung der Gewerkschaften auf, in einem intensiven Dialog mit den Beschäftigten verbindliche und transparente Regelungen zu vereinbaren.[...]“

Man darf gespannt auf weitere Reaktionen der Bahn AG sein. Die Unternehmensführung hat hier ganz klar versagt und gezeigt wie man mit solchen Themen nicht umgehen sollte.

1:Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/393/457055/text/
2: Quelle: http://netzpolitik.org/wp-upload/datenschutz_bei_der_bahn.pdf

Beitrag über Abmahnung …

Feb 07

… und anschließend wird man selbst abgemahnt weil man darüber berichtet hat. Nicht mir passiert sondern René von nerdcore.de.

Insgesamt sieht die Berichterstattung in der Blogosphäre eher negativ für Herrn Folkert Knieper, Fotograf Bildermacher von Marions Kochbuch, aus.

Ich bin mal gespannt wieviele Abmahnungen es noch regnen wird, denn Abmahnungen sind ja bekanntlich immer der beste Weg gegen Negativ-Berichterstattungen vorzugehen…

Related: hier, hier und hier

Abmahnen kann so einfach sein

Sep 17

A few clicks ahead… und die Abmahnung ist raus.
Warum das so einfach ist? Schaut selbst auf abmahnr.de.

via zweinull.cc