Obwohl ich Marcel Reich-Ranicki für keinen sonderlich guten Literaturkritiker halte war er heute bei der TV-Ausstrahlung der Verleihung des deutschen Fernsehpreises mein Held.
Wer es nicht gesehen hat, hier nochmal der Ausschnitt:
Es ist allseits bekannt, dass die großen deutschen Fernsehsender zu über 90% Müll ausstrahlen. Die Quotengei** gute Frau Schäferkordt schaute doch sehr komisch als um die Suche eines Sendeplatzes für sein das Angebot galt und Gottschalk hinterfragte ob RTL der richtige Sender dafür sei.
Ich würde zwar keinesfalls behaupten, dass eine Sendung von und mit Ranicki das Fernsehen rettet aber ein Umdenken ist mehr als an der Zeit. Es kann nicht nur darum gehen dem Konsumenten leichte Kost zu bieten, dafür Werbeeinnahmen in Milliardenhöhe zu kassieren und sich dann noch über Kritik zu wundern.
Das Fernsehen bekommt massige Konkurrenz und da jeden Tag den gleichen stupiden Einheitsbrei zu senden wird auf Dauer keineswegs mehr funktionieren.
Boykottiert also Sender wie RTL, RTL II, Sat1 und co. Es gibt genug gute Alternativen. Es gibt mitlerweile gute Möglichkeiten sein Programm selbst zu wählen. Niemand muss mehr in eine Videothek laufen um sich einen guten Film zu leihen.
ich frage mich ob Sie als Geschäftsführerin sowie als Programm-Direktorin von RTL Television regelmäßig Programme Ihres Senders anschauen.
Warum ich mich das frage? Weil mich interessiert ob Sie sich genauso wie alle anderen Zuschauer über die ständige Werbung aufregen. Besonders die Häufigkeit der Werbung während Boxkämpfen (Explizit der Kampf Tony gegen Wladimir Klitschko) ist mehr als nur störendes Beiwerk.
In diesem Zusammenhang stellt sich tatsächlich die Frage ob ein Sender wirklich so geldgeil sein kann, dass es den Zuschauer regelmäßig (fast alle 3 Min) mit stupider Werbung vollballern muss.
Ihr Sender ist nicht gerade bekannt für hochklassiges Fernsehen viel mehr läuft es bei der breiten Masse wohl eher unter dem Stichwort “Boulevard”. Ihre Prioritäten kann ich persönlich nicht ganz nachvollziehen. Kann es wichtiger sein leichte Unterhaltung, gepaart mit nervender Werbung zu senden anstatt zu versuchen dem Zuschauer etwas besonderes zu bieten?
Idealistisch gesehen ist das Fernsehen in einigen Jahren auf dem absteigenden Ast. Ich denke in wenigen Jahren wird sich jeder Zuschauer sein Programm selbst zusammenstellen (T-Home ist da nur der Anfang), warum also nicht jetzt schon daran arbeiten Ihre Zielgruppe zu halten? Durch besseres Programm und weniger Werbung.
Natürlich könnten Sie sich darauf berufen einen Marktanteil von 12,5 % zu haben und offensichtlich alles gut läuft aber wenn man sich beispielsweise die Leserzahlen der Bild Zeitung anschaut und das mit dem vergleicht was an Inhalt geboten wird, so taucht doch unweigerlich die Frage auf ob Quote alles sein kann und muss.
Muss man sich in der heutigen Zeit tatsächlich noch Prostituieren um an einen hohen Markanteil zu kommen? Ein Armutszeugnis, nicht nur für Ihren Sender, sondern für so viele privatrechtliche Rundfunkanstalten.
Eigentlich muss ich zugeben, dieses Format noch nie ganz geschaut zu haben doch wie es der Zufall wollte schaltete ich genau in dem Moment auf NDR als Anna Fischer angekündigt wurde. Wen es interessiert, sie spielt in der Verfilmung von “Fleisch ist mein Gemüse” mit.
Eigentlich kritisiere ich Personen äußerst ungern aber in diesem Fall muss ich sagen, dass mir selten eine Person im TV so unsympathisch war.
Die tageszeitung beschrieb in ihrer Filmkritik die Leistung der Hauptdarstellerin als „Mixtur aus Entdeckerstolz und Verletzlichkeit“ und hoffte darauf „noch oft in dieses Gesicht“ zu schauen, „in dem Naivität und Tiefe einen aufreibenden Wettkampf austragen“
Diese “Naivität” war im NDR-Talk durchaus erkennbar nur wirkte es auf mich eher wie kindisches, unreifes, post-pubertäres Verhalten. Sie sah, umringt von u.A. Rüdiger Gamm, Philipp Rösler und Günter Wallraff, irgendwie deplaziert aus. Eine freche Göre die mit viel zu lautem, krampfhaftem Berliner-Akzent nach Aufmerksamkeit ringt, viel sagt ohne was zu sagen und dabei ständig versucht besonders avantgardistisch rüberzukommen.
… bzw. Sonntagmorgen. Ein Tag neigt sich dem Ende und einiges ist geschehen heute. Mein Großvater feierte seinen 80. Geburtstag und die ganze Familie war anwesend. Aufgrund der immer älter werdenden Cousins und Cousinen werden wir immer mehr Menschen und der Raum scheint von Jahr zu Jahr kleiner zu werden. Menschen, ein paar Hunde und kleine Kinder… fabelhafte Kombination.
Um ca. 23:00 Uhr hatte ich den Drang Sport zu treiben. Ich schnappte mir meine Freundin, drückte ihr Nordic-Walking-Stöcke in die Hand und los gings; ich laufend, sie walkend.
Teetrinkend, Blogge ich jetzt im Bett sitzend und schaue mir die Wiederholung von Menschen bei Maischberger an, Thema: “Der neue Scheidungskrieg: Sind die Frauen die Dummen?”. *Update* Freundin hat umgeschaltet: “Die Spiele der Frauen” mit Charlize Theron, Penélope Cruz und Stuart Townsend.
Morgen bzw. heute steht lernen fürs Abitur auf dem Programm. Lust hab ich noch nicht aber darum geht es ja auch nicht. In der nächsten Zeit kann es durchaus vorkommen, dass meine Beiträge etwas dünner ausfallen, da ich im April meine Abiturklausuren schreibe. Man möge mir etwas Glück wünschen.
Samstagabend, viertel nach acht in Deutschland. Viele Menschen schauen einen nicht unbekannten Fernsehsender und erfreuen sich an der Suche nach “Supertalenten”.
Talent: eine überdurchschnittliche Begabung (v. mittellateinisch: talentum = Gabe) (Quelle: Wikipedia
Nun stellt sich dem Zuschauer natürlich die Frage, ob das Nachsingen altbekannter Popsongs als Talent bezeichnet werden kann? Eine wissenschaftliche Arbeit oder die Kopie eines Werkes von Picasso werden ungemein als Plagiat abgestempelt und eher weniger gewürdigt.
Doch das deutsche Fernsehen schafft es mit Hilfe von emotionalen Peinlichkeiten Momenten die Zuschauer zu fesseln. Da wäre z.B. der gehandicapte Tanzlehrer eines kleinen Jungen der unbedingt auf die Bühne muss, der verstorbene Großvater dreier trällender singernder Schwestern oder die schlechte finanzielle Situation eines KFZ-Meisters.
Ganz nebenbei darf der Zuschauer sich noch haufenweise gescheitertes Menschenmaterial anschauen, dass sich und ihre Würde, sofern vorhanden, vollkommen unter Wert verkauft.
Ganz großes Kino am Sonnabend.
Der Sender mit den drei Buchstaben wird ab sofort mein neuer Lieblingssender, denn bisher hat es keine Castingshow geschafft mich derart anzuwiedern. Ein altes Sprichwort besagt: “Wer nichts wird, wird Wirt”, heute meldet man sich bei einer Castingshow an und lässt sich von einer dreiköpfigen Jury sagen, dass man ja eigentlich nichts kann.