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Weichgespühlt? Nein Danke!

Sep 18

Soeben las ich einen ersten Nachbericht zum Film “Der Baader-Meinhof-Komplex” und bin direkt über folgende Aussage gestolpert:

“Der Film zeigt aber auch die Politisierung und eben auch die Radikalisierung der damaligen Jugend und Gesellschaft. Ein merkwürdiger Kontrast zu der scheinbar unpolitischen heutigen Weichspüler-Zeit.”

In letzter Zeit scheint meine Generation, ich selbst 1986 geboren, sehr häufig als eben diese Weichspüler-Generation gesehen zu werden. Nur warum? Nur weil wir es nicht für nötig halten unsere Interessen mit Gewalt und Terror zu vertreten heißt das noch lange nicht wir seien unpolitisch.
Viel mehr ist es doch die Generation der 68er-Bewegung und allen darauffolgenden Protesten, die sich als “Weichgespühlt” titulieren lassen darf. Eine Generation ohne Zukunftssorgen, gesicherte Rente, Wirtschaftswunder im Nacken. Heute hat die Jugend einfach keine Zeit mehr für solche ‘Freizeitaktivitäten’.

Nach der Schule direkt Studium oder Ausbildung und sofort an der Karriere feilen, weil es die Wirtschaft verlangt aber auch braucht. Die Zeiten, in denen man mit anfang 20 Farbbeutel schmeißen konnte und keine 10 Jahre später im Landrat oder einem großen Privatunternehmen sitzt, sind vorbei. Ich denke die Generation meines Alters hat durchaus Interesse an Politik und Wirtschaft nur kämpft sie nicht von außen gegen das System an sondern rutscht Stück für Stück in Führungspositionen, politische Ämter etc.

Eine Generation von jungen Wilden die etwas erreichen will und dadurch Veränderungen hervorbringen kann, die vielleicht noch größere Ausmaße haben werden als die der 68er. Eine Generation die unter Druck steht, keine gesicherte Rente, kein Wirtschaftswunder im Nacken. Erfolg durch harte Arbeit, viel Ehrgeiz und einer Menge Disziplin.

Ich würde fast behaupten, dass meine Generation (zu einem relativ großen Teil) ihre vorhandene Energie sinnvoller nutzt als es damals der Fall war.

Es geht nicht mehr darum ein bestehendes System zu stürzen sondern das System den eigenen Bedürfnissen anzupassen und sich auch ein Stück weit an die Bedürfnisse des Systems anzupassen.

 
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