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Der Suizid der deutschen Bahn AG

Feb 03

Update vom 06.02.09:
Die Bahn hat mittlerweile die hat die Abmahnung zurückgenommen und verzichtet auf weitere Konsequenzen gegen Netzpolitik.org


Nach der Veröffentlichung eines brisanten Memos zur Rasterfahndung bei der Bahn am Sonnabend (31.01.09) erhielt Markus Beckedahl heute (03.02.09) eine Abmahnung aufgrund von:

“Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen”

Das Resultat: Ein riesen Medienecho, hunderte Kommentare und noch viel mehr Tweets. Der Versuch einen Blogger Mundtod zu machen führte in diesem Fall zum sog. Streisand-Effekt.

Ca. 2 Stunden nach der Abmahnung erschien in in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung ein Brief Mehdorns, in dem es um die Bespitzelungsaffäre geht.

Darin heißt es u.A.:

[...]“Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in den vergangenen Tagen ist in der Öffentlichkeit ein Bild von unserem Unternehmen gezeichnet worden, das mich zutiefst bestürzt.[...]“

Ich vermute, dass es in den nächsten Tagen nicht besser wird.

Mehdorn schrieb 1:

“[...]Auch das in den vergangenen Tagen heftig diskutierte Screening-Verfahren – also der sogenannte Datenabgleich von Personalstammdaten mit Lieferantendaten – kann solche Vorwürfe nicht belegen. Niemand ist dabei ausspioniert, abgehört oder bespitzelt worden. Zur Feststellung von Personen ist es nur gekommen, wenn es Übereinstimmungen zwischen Mitarbeiterdaten und
Lieferantendaten gab.[...]“

Im Memo zur Rasterfahndung heißt es u.A 2:

[...]“Dazu wurden die Fest-
platten der PCs und deren im Netz gespeicherten Dateien kopiert. Die Maßnahme
erfolgte ohne Kenntnis der Betroffenen.[...]“

“[...]Für die Überprüfung wur-
den der Network Deutschland GmbH folgende personenbezogene Daten überge-
ben: Name, Personalnummer, Anschrift, Telefonnummer, Name des Ehepartners
(die Daten über die Partner stammen aus einer Datei für verbilligte Fahrkarten)[...]“

“[...]Der Betriebsrat wurde in keinem der Fälle der Zusammenarbeit mit der Network
Deutschland GmbH beteiligt. Zur Begründung wurde vorgetragen, man habe
Zweifel an der Zuverlässigkeit bzw. Diskretion des (zu geschwätzigen) Betriebs-
rats.[...]“

Mehdorn in seinem Brief 1:

“[...]Für die Zukunft greife ich gerne die Anregung der Gewerkschaften auf, in einem intensiven Dialog mit den Beschäftigten verbindliche und transparente Regelungen zu vereinbaren.[...]“

Man darf gespannt auf weitere Reaktionen der Bahn AG sein. Die Unternehmensführung hat hier ganz klar versagt und gezeigt wie man mit solchen Themen nicht umgehen sollte.

1:Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/393/457055/text/
2: Quelle: http://netzpolitik.org/wp-upload/datenschutz_bei_der_bahn.pdf

 
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