Okt 08
Ich spiele mit dem Gedanken eine Tageszeitung zu abonieren aber kann mich nicht entscheiden. Im Fokus habe ich derzeit die Financial Times Deutschland, das Handelsblatt und die FAZ. Momentan lese ich jeden morgen etwas anderes in der S-Bahn, oft die Welt Kompakt weil sie eben “kompakt” ist und man aufgrund des nicht beanspruchten Platzes keine Sitznachbarn nervt. Nachteil ist jedoch, dass der Inhalt meistens wie ein Inhaltsverzeichnis wirkt und man gerne mehr zu bestimmten Themen lesen würde.
Lohnt es sich eigentlich noch eine Zeitung zu kaufen? In meinen Augen schon, da ich keine Lust habe in der S-Bahn diverse Online-Dienste zu nutzen.
Ich werde in den nächsten Tagen von meiner Abonements-Entscheidung berichten. Vorab muss aber geklärt werden ob die Zeitungsdame auch schon um 6 Uhr bei mir zuhause ist, denn sonst lohnt sich das Abo ja auch nicht wirklich, da die Zeitung ja primär als “S-Bahn-Amüsement” gedacht ist.
Bis dahin werde ich erstmal “Der romantische Egoist” von Frédéric Beigbeder lesen.
Sep 26
Da macht man mal pünktlich Feierabend weil ja schließlich Freitag ist und freut sich, ind der S-Bahn sitzend, auf die abendliche Tasse Earl Grey zuhause. Zu früh gefreut, zwischen Veddel und Harburg steht die S3 und bewegt sich keinen Meter. Die Luft wird dicker, die Menschen ungeduldiger. Nach 20 Minuten ein Fünkchen Hoffnung, die Türen gehen auf, erste Fahrgäste gehen auf den Bahnsteig um eine zu rauchen, dann eine Durchsage in schlechtester Vorkriegsqualität am Bahnsteig: “Bitte einsteigen, die Fahrt geht weiter”.
Nichts geht weiter, wir stehen weitere 15 Minuten rum, keinerlei Informationen warum der frühe Feierabend heute ausfallen muss. Die Kommunikation eine Katastrophe. Am Bahnsteig gelegentlich der Hinweis: “Die Abfahrt verzögert sich um wenige Minuten”.
So so 35 Minuten rumstehen ohne Grund? Na danke liebe S-Bahn Hamburg!
Hinter mir sitzt eine Horde Handwerker, die sich die ersten 5-10 Feierabendbiere haben schmecken lassen, sie wurden immer lauter und lachten über immer schlechtere Witze, die Bierfahne war
unangenehm. Im hinteren Teil des Wagens zwei Mädchen im postpubertären Stadium mit einem MP3-fähigen Handy, zu welchem ofensichtlich keine Kopfhörer geliefert wurden.
Ich kam so gegen 19:00 Am Bahnhof Stade an, da der Anschlussbus natürlich weg war hieß es erstmal eine Stunde auf den nächsten Bus warten, dieser fuhr natürlich mit Verspätung ab da auf den ebenfalls mit Verspätung eintreffenden Metronom gewartet werden musste.
Um 21:00 Uhr zuhause, erschöpft und mit der festen Überzeugung nie wieder um Punkt 17 Uhr Feierabend zu machen. Für solche, solche und diverse andere Spielereien zahlt man dann auch noch 128€ im Monat.
Sep 06
Nachdem sich Felix über riechende Frauen auslässt hier nun mein S-Bahn-Erlebnis:
Ganz entspannt losgefahren, alles war gut. Der Tag fing richtig gut an, Arbeit war spitze, die Sonne schien größtenteils, ein Rest Sommerduft lag in der Luft und ich freute mich auf einen ruhigen Abend bei einem Glas Weißwein.
Nichts da, in HamburgNeugraben hieß es: “Wir bitte alle Fahrgäste auf Grund eines Bombenfundes auszusteigen, Schienenersatzverkehr zwischen Neugraben und Buxtehude.” Es lag also irgendwo ein Blindgänger in Gleisnähe, na toll. Am Bahnhof Neugraben stand shcon die Ladung aus mind. 3 S-Bahnen und 1 Metronom. Die Busse kamen tatsächlich so 20 Minuten später und waren natürlich voll wie Viehwagen. Ich hatte zum Glück eine Mitfahrgelegenheit gefunden und musste nur auf diese warten und kam dann gegen 20:50 Uhr zuhause an.
Da fragt man sich natürlich ob so eine Bombe dann unbedingt im Feierabendverkehr geräumt werden muss, die liegt da ja schließlich seit über 60 Jahren und wird auch deswegen nicht in den nächsten 2 Stunden explodieren. Sehr stressig aber jetzt komme ich doch noch zu meiner abendlichen Ruhe.